Gastautorin
· Oktober 2019
· aktualisiert Februar 2023
Umfragen sind nach wie vor ein wichtiges Instrument für die Entscheidungsfindung in jedem Unternehmen. Sie verraten uns, was, warum, wie und wo der Kunde etwas will. Dabei ist es egal, ob es um eine Produkteinführung, Serviceverbesserung oder Suchmaschinenoptimierung geht – eine Umfrage kann uns Antworten liefern. Dazu kommt: Im Vergleich zu anderen Marktforschungsmethoden sind Umfragen relativ günstig. Also wo ist das Problem?
Das Problem liegt darin, dass überhaupt erstmal jemand an der Umfrage teilnehmen muss! Es also genug Interesse geben muss, um ein auswertbares Ergebnis zu generieren. Wer kennt es nicht? Im E-Mail-Postfach häufen sich die Aufforderungen, an einer Zufriedenheitsumfrage teilzunehmen, im Wochentakt ruft irgendein Marktforschungsinstitut an, von dem du noch nie zuvor in deinem Leben gehört hast, und in der Fußgängerzone wartet gefühlt alle drei Meter ein:e Student:in, die:der möchte, dass man an einer Umfrage für irgendeine Bachelorarbeit teilnimmt. So wertvoll studentische Freelancer:innen doch als Arbeitskräfte für Unternehmen sein können, so sehr möchte man ihnen in solchen Situationen dann doch eher nicht begegnen.
Während ich dem:der Studierenden:m aus widerwilliger Solidarität seine:ihre Fragen beantworte, habe ich die Nummer des Marktforschungsinstituts mittlerweile blockiert und obwohl ich vermutlich Amazon-Gutscheinmillionär sein könnte, habe ich auch noch nie auf eine der Umfrage-Mails reagiert. So geht es sicherlich nicht nur mir so. Ich würde sogar die Vermutung wagen, dass die meisten von uns es in etwa so mit Umfragen und Anfragen zu Umfragen halten.
Wie schafft man es also, eine Umfrage zu konzipieren, die valide Ergebnisse liefert und Kunden zur Teilnahme animiert? Ich möchte an dieser Stelle fünf grundlegende Regeln vorstellen, die garantiert helfen:
Eigentlich trivial, wird aber oft falsch gemacht. Wer eine Anti-Falten-Creme verkaufen möchte, sollte nicht auf dem Schulhof nachfragen. Auch wenn es zunächst einfacher erscheint, deine Umfrage an den kompletten Kundenverteiler zu schicken – es spart langfristig Zeit und Kosten, die Zielgruppe frühzeitig zu identifizieren und gezielt anzusprechen.
Der häufigste Grund für die Nichtteilnahme oder den Abbruch einer Umfrage ist der damit verbundene Zeitaufwand. Zeitmanagement ist schließlich eine der wichtigsten Facetten unseres Arbeitsalltags. Es gilt: Je kürzer, desto besser. Die Faustregel: Maximal drei Fragen genügen. Weniger führt dazu, dass die auszuwertende Datenmenge unter Umständen zu gering ist. Und bei mehr schalten die Leute eben schnell ab oder lassen sich gar nicht erst auf deine Fragen ein. Fassen wir kurz zusammen: Also die richtigen Fragen, die Richtigen fragen.
Einfach, eindimensional und neutral sollte die Frage formuliert sein. Wer mit Fachchinesisch und verschachtelten Sätzen um sich wirft, schreckt ab. Zudem ist das Risiko hoch, dass die Frage falsch verstanden wird und die Antworten nicht die tatsächliche Kundenmeinung widerspiegeln.
Ein klassisches Beispiel für schlechtes Wording findet man in den meisten Kundenzufriedenheitsumfragen:
Hier wird oft gefragt „Wie zufrieden sind Sie…?“ Soweit leicht verständlich, das Problem sind die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten:
…und so weiter.
Das Problem hierbei ist, dass wirklich niemand in seinem täglichen Sprachgebrauch den Ausdruck „äußerst zufrieden“ verwendet. Der „äußerst zufriedene“ Kunde wird mit hoher Wahrscheinlichkeit antworten, dass er „sehr zufrieden“ ist und schon ist unser Ergebnis verfälscht. Das Problem lässt sich jedoch leicht lösen, indem man seinen Kunden zum Beispiel auffordert, das Unternehmen anhand von Schulnoten zu bewerten. Das ist leicht zu verstehen und jeder hat das gleiche Verständnis von Schulnoten.
Persönlich, schriftlich, telefonisch oder einfach online? Eine Universallösung gibt es hier nicht. Jede Methode bringt ihre Vor- und Nachteile, derer man sich bewusst sein muss. Bei der persönlichen Befragung ist mit einer hohen Rücklaufquote zu rechnen, allerdings kann das Ergebnis durch die Sympathie zwischen Interviewer und Befragtem beeinflusst werden. Für die Untersuchung einer sehr großen Stichprobe ist sie zudem aus Kostengründen nicht geeignet. Am sinnvollsten ist eine persönliche Befragung, in Situationen, in denen man den Kunden direkt erreichen möchte. Bspw., um die Servicequalität in einem Geschäft zu beurteilen. Eine telefonische Befragung hat ähnliche Vor- und Nachteile, hier kommt allerdings der Faktor hinzu, dass viele sich bei (wiederholten) Anrufen belästigt fühlen. Schriftliche Umfragen sind teuer und die Rücklaufquoten meist schlecht. Daher sind diese nur für besondere Zielgruppen zu empfehlen. Zu guter Letzt die Online Umfrage: Schlechte Rücklaufquoten, aber sehr kostengünstig. Eine Online-Umfrage ist daher nur zu empfehlen, wenn man eine sehr große Stichprobe und eine sehr breite Zielgruppe hat. Informiere dich zusätzlich noch über das effektive Recherchieren, das dir hier unter Umständen weiterhelfen kann.
Dieser Punkt ist mit am schwierigsten. Durch die Eingangsfrage sollte der:die Kund:in das Gefühl bekommen, dass seine:ihre Meinung wichtig ist. Zudem sollte sie nicht zu aufdringlich sein: Wer direkt fragt, was der Kunde gekauft hat und wie viel er monatlich verdient, schreckt in der Regel ab. Besser ist es, sich zunächst vorzustellen und zu erläutern, warum man die Umfrage durchführt. Dadurch baut man eine persönliche Beziehung zur:zum Kund:in auf. Anschließend kann man mit einer einfachen, nicht zu persönlichen Frage nach den Interessen, Wünschen o.ä. des:der Kund:in beginnen.
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Jetzt Auftrag erstellenZusammenfassend bleibt also zu sagen, dass man bei einer guten Umfrage durchaus auf einiges achten sollte. Dennoch habe ich das Gefühl, dass viele dieser Punkte sehr intuitiv sind. Kurz und knackig sollte eine Umfrage sein, an die richtige Zielgruppe und in der richtigen Umgebung sollte sie adressiert sein. Belästige keinen deiner Proband:innen und respektiere ihre Zeit. Achte auch auf die Größe deiner Probandenschaft und gehe in deiner Methodik dementsprechend vor. Solltest du dennoch Schwierigkeiten haben, vermittelt Junico dir gerne jemandem vom Fach. Ich hoffe, dass diese kurze Zusammenfassung der wichtigsten Regeln für die Erstellung und Durchführung von Umfragen dir bei der Erstellung der nächsten Umfrage hilft und ebenso, dass du so, liebe:r Leser:in, nach gut 1000 Wörtern Leseaufwand „äußerst zufrieden“ mit dem Gelesenen bist.
Der häufigste Grund für die Nichtteilnahme oder den Abbruch einer Umfrage ist der damit verbundene Zeitaufwand. Zeitmanagement ist schließlich eine der wichtigsten Facetten unseres Arbeitsalltags. Es gilt: Je kürzer, desto besser. Die Faustregel: Maximal drei Fragen genügen. Weniger führt dazu, dass die auszuwertende Datenmenge unter Umständen zu gering ist. Und bei mehr schalten die Leute eben schnell ab oder lassen sich gar nicht erst auf deine Fragen ein. Fassen wir kurz zusammen: Also die richtigen Fragen, die Richtigen fragen.
Persönlich, schriftlich, telefonisch oder einfach online? Jede Methode bringt ihre Vor- und Nachteile, derer man sich bewusst sein muss. Bei der persönlichen Befragung ist mit einer hohen Rücklaufquote zu rechnen, allerdings kann das Ergebnis durch die Sympathie zwischen Interviewer und Befragtem beeinflusst werden. Für die Untersuchung einer sehr großen Stichprobe ist sie zudem aus Kostengründen nicht geeignet. Am sinnvollsten ist eine persönliche Befragung, in Situationen, in denen man den Kunden direkt erreichen möchte. Eine telefonische Befragung hat ähnliche Vor- und Nachteile, hier kommt allerdings der Faktor hinzu, dass viele sich bei (wiederholten) Anrufen belästigt fühlen. Schriftliche Umfragen sind teuer und die Rücklaufquoten meist schlecht. Daher sind diese nur für besondere Zielgruppen zu empfehlen. Zu guter Letzt die Online Umfrage: Schlechte Rücklaufquoten, aber sehr kostengünstig. Eine Online-Umfrage ist daher nur zu empfehlen, wenn man eine sehr große Stichprobe und eine sehr breite Zielgruppe hat.
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Neben ihrem Masterstudium spielt Anne Klavier, bildet sich im Bereich Informatik weiter und nutzt die verbliebene Zeit, um in unterschiedlichen Bereichen durch projektbasiertes Arbeiten ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
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