Strategischer Webdesigner
· Januar 2026
Stell dir vor, das fiktive Tierheim Pfotenhilfe hat 150 Fotos von vermittlungsbereiten Tieren auf seiner Website, aber keines davon hat einen Alt-Text. Die Folge: Keines der Bilder taucht in der Google-Suche auf und Menschen, die Screenreader benutzen, können die Seite nicht nutzen. In diesem Artikel erfährst du, wie du Alt-Texte schreibst, die barrierefrei und SEO-optimiert sind – ohne stundenlang zu grübeln.
* Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Ob deine Website vom Barrierefreiheits-Stärkungs Gesetz (BFSG) betroffen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei Unsicherheit solltest du eine:n auf IT- und Medienrecht spezialisierte:n Anwält:in kontaktieren.
Alt-Texte (Kurz für Alternativ-Texte) machen Bilder für Suchmaschinen und Screenreader maschinenlesbar. Sie helfen blinden Menschen dabei, deine Inhalte zu verstehen. Gleichzeitig ranken deine Bilder höher in der Google-Bildersuche. Seit Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheits-Stärkungs-Gesetz (BFSG), welches viele Webseiten verpflichtet, barrierefrei zu sein. Dazu gehören unter anderem auch die Alt-Texte für Bilder. Für öffentliche Stellen des Bundes gilt die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0).
Alt-Texte bereichern deine Website vor allem in 2 Bereichen, egal ob du verpflichtet bist oder nicht:
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Ein guter Alt-Text beschreibt nicht nur, was auf dem Bild zu sehen ist, sondern welche Informationen das Bild vermitteln soll. Er ist im HTML in den <img>-Tag integriert, das sieht dann zum Beispiel so aus:
<img src=”hundewelpe.jpg” alt=”Leo, ein verspielter schwarz-brauner Mischling mit neongrünem Halstuch, springt mit Plüschigel im Maul über die Tierheim-Wiese”>.
In der Regel kannst du über dein CMS (Content-Management-System) die Alt-Texte für deine Bilder in der Verwaltung festlegen.
Das SOLL Alt-Text leisten:
Das sollte Alt-Text NICHT tun:
Nicht jedes Bild benötigt einen Alt-Text. Die Web Content Accessibility Guidelines, die die Grundlage für die Gesetzeslage sind, unterscheiden: Informative Bilder brauchen einen Alt-Text, dekorative Bilder hingegen nicht.
Als Entscheidungshilfe, welche Bilder einen Alt-Text brauchen, stelle dir die Frage:
Wenn du darauf keine Antwort findest, ist es dekorativ → kein Alt-Text notwendig.
Informative Bilder: Immer einen Alt-Text verwenden
💡 Ausnahmen bestätigen die Regel: Wenn die Information aus dem Bild auch in der Nähe in Textform (beispielsweise als Bildunterschrift) sichtbar ist, brauchst du keinen Alt-Text für die Barrierefreiheit. Suchmaschinen können diese Zuordnung aber nicht machen, daher ist ein Alt-Text immer zu bevorzugen!
Dekorative Bilder: Leeres Alt-Attribut nutzen
💡 Wichtig: Setze bei dekorativen Bildern ein leeres Alt-Attribut: <img src=”quelle.jpg” alt=””> Sonst lesen Screenreader den Dateinamen vor, z.B. „IMG_0123.jpg“. Damit kann niemand etwas anfangen, das ist verwirrend.
Praxisbeispiel: Tierheim Pfotenhilfe
Die Fotos vom Hund Leo sind informativ. Sie zeigen, wie er aussieht und geben Einblick in seine Persönlichkeit. Die kleinen Pfötchen-Icons neben Aufzählungen sind aber dekorativ.

Viele tendieren dazu, die Grafik in ca. 5 Wörtern so einfach wie möglich zu beschreiben: „Bild von einem Hund“. Aber wirklich sinnvoll ist das nicht, vor allem wenn eine Seite ganz viele Bilder von einem Hund zeigt. Es fehlen Kontext und Inhalt. Um einen guten Alt-Text zu schreiben, gibt es eine einfache Methode: Stell dir vor, du telefonierst mit jemandem und beschreibst das Bild. Die Person
am anderen Ende des Hörers, kann das Bild nicht sehen – welche Informationen übermittelst du ihr? Welche Fragen könnte sie haben?
Beispiel Hund Bruno auf der Vermittlungsseite:
❌ Schlecht: „Bild von einem Hund“
→ Zu allgemein, keine hilfreiche Information
✅ Gut: „Bruno, freundlicher Schäferhund-Mischling mit aufgestellten Ohren und wedelndem Schwanz, sitzt erwartungsvoll vor dem Tierheimzaun“
→ Vermittelt Aussehen, Charakter und Situation
Du merkst sicher sofort: Der gute Alt-Text hilft potenziellen Adoptierenden, sich Bruno vorzustellen. Er beschreibt nicht nur Fakten, sondern auch Charakter und Kontext: wertvoll für Suchmaschinen UND Screenreader-Nutzer:innen.
Es gibt übrigens keine Längenbegrenzung seitens Google für den Alt-Text. Manche Screenreader lesen Texte aber in Chunks von maximal 125 Zeichen vor. Es ist also eine gute Faustregel, seinen Alt-Text prägnant und unter 125 Zeichen zu halten. Wichtiger ist aber, Kontext und Information verständlich zu vermitteln.
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Jetzt Auftrag erstellenEs ist naheliegend, den Bild-Typ mit in den Alt-Text aufzunehmen. „Bild von einem Welpen, der …“. Screenreader kündigen Grafiken aber üblicherweise schon automatisch an.
Das würde dann so klingen: „Grafik: Bild von einem Welpen, der …“. Das ist redundant und nicht hilfreich, außerdem verschwendet das unnötig Platz im Alt-Text.
Besser ist es, direkt mit der Bildbeschreibung zu beginnen: „Grafik: Ein Welpe, der …“.
💡 Ausnahme: Wenn der Medientyp wirklich relevant ist. In manchen Fällen gehört der Medientyp zur Information:
✅ „Screenshot: WordPress-Dashboard mit Plug-in-Menü links markiert“
→ In Tutorials ist wichtig, dass es ein Screenshot ist
✅ „Röntgenbild: Bruch im linken Unterarmknochen“
→ Der Medientyp ist medizinisch relevant
✅ „Historisches Foto von 1945: Trümmerlandschaft Berlin“
→ Das Alter des Fotos gehört zur Information
✅ „KI-generiertes Bild: Futuristische Stadt mit fliegenden Autos“
→ Die Herkunft ist für das Verständnis wichtig
Fotos von Produkten, Tieren, Menschen, …
Beschreibe etwa das Aussehen, Sorte, Größe, Farbe(n), Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Emotionen, Aktivitäten.
✅ „Mimi, die dreifarbige Hauskatze mit bernsteinfarbenen Augen, rollt sich gemütlich auf ihrem blauen Kuschel-Kissen zusammen.“
✅ „Manuelle Kaffeemühle aus dunklem Walnussholz mit verchromtem Mahlwerk und Keramik-Handkurbel.“
Screenshots und Software
Beschreibe beispielsweise den Programmnamen, das Aussehen, wichtige Interaktionselemente, Position, Hervorhebungen, Zahlen/Daten (falls wichtig für das Verständnis). Falls es relevant ist, erwähne kurz, dass es sich um einen Screenshot handelt, durch ein vorangestelltes „Screenshot:“.
✅ „Screenshot: Online-Adoptionsformular. Oben links rot markiert: Dropdown-Menü 'Wunschtier auswählen'. Darunter Textfelder für Name und E-Mail“
✅ „Adoptionsformular mit roter Fehlermeldung unter dem Feld 'Telefonnummer': Bitte gültige Nummer eingeben“
✅ „Screenshot: Neues Dashboard mit KI-Textgenerator. Oben mittig violettfarbener Button 'Content mit KI erstellen' neben dem Texteditor“
Infografiken und Diagramme
Beschreibe zum Beispiel den Diagrammtyp, Thema/Titel des Diagramms, Achsenbeschriftungen, die wichtigsten Trends und Erkenntnisse sowie Vergleichswerte, Zeitraum und Einheiten.
✅ „Balkendiagramm: Vermittlungsquote 2025 nach Tierart. Kleintiere führen mit 92 %, gefolgt von Hunden 85 % und Katzen 78 %.“
Der Alt-Text sollte gerade bei komplexen Grafiken die Hauptinformation im Alt-Text beinhalten und Details und zugehörige Informationen im umgebenden Text haben.
💡 Wichtig: Die Beispiele dienen zur Inspiration, du musst nicht immer alle angegebenen Daten im Alt-Text haben, sondern nur die essenziellen Informationen, die von dem Bild vermittelt werden!
Sonderfall: Text im Bild
Eigentlich sollte dieser Sonderfall gar keiner sein, denn Text sollte immer in Textform verwendet werden. So können Suchmaschinen und Screenreader ihn einfach verarbeiten. Hin und wieder lässt es sich aber wirklich nicht vermeiden. Dann schreibst du den Text vom Bild 1:1 in den Alt-Text, er wird dann ganz normal vorgelesen. Bedenke aber: Für Suchmaschinen ist dieser Text dann irrelevant und nutzlos. Vermeide es wirklich, soweit es geht.
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Alt-Texte sind ein bestätigter Ranking-Faktor für Suchmaschinen. Es ist also sinnvoll, dass du wichtige Keywords, die du in deiner Keywordrecherche identifiziert hast, auch im Alt-Text verwendest. Dabei solltest du aber darauf achten, dass sie natürlich im Lesefluss enthalten sind.
So integrierst du Keywords richtig:
Am besten wählst du direkt Bilder aus, die dein Keyword repräsentieren. Vermeide auf jeden Fall, Stock-Fotos einen Kontext überzustülpen und ganz viele Keywords in die Beschreibung aufzunehmen. Sogenanntes Keywordstuffing schadet deiner SEO-Sichtbarkeit nur. Faustregel: Ein Keyword pro Bild.
✅ Gut: „Katzendame Sina erforscht neugierig ihr temporäres Zuhause im Tierheim Pfotenhilfe in München.“
❌ Schlecht: „Hundewelpe Rauhaardackel Tierheim München Tiere vermitteln Tiere kaufen“.
Gerade am Anfang ist es schwierig, gute Alt-Texte zu schreiben, die barrierefrei und für Suchmaschinen optimiert sind. Es gibt Tools, die mit KI einem einen Alt-Text schreiben. Manche davon berücksichtigen auch ein eingebautes Keyword. Aber wirklich den Kontext des Bildes berücksichtigen die Tools meistens leider nicht.
Ich rate eher davon ab, diese Arbeit komplett an die KI auszulagern, aber gerade am Anfang kann es für Inspiration total hilfreich sein, sich Alt-Texte von der KI generieren zu lassen. Wichtig ist aber, dass du die Ergebnisse immer manuell prüfst und anpasst.
Prompt-Vorlage für bessere Alt-Texte
Ich habe einen Prompt erstellt, den du kopieren und in ChatGPT, Gemini, Claude, … einfügen kannst, zusammen mit Kontext zur Website und deinem Bild, damit du am Anfang Inspiration bekommen und lernen kannst, selbstständig gute Alt-Texte zu schreiben.
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Du bist ein Experte für barrierefreie und SEO-optimierte Alt-Texte. Erstelle Alt-Texte nach folgenden Best Practices und NUR mit zusätzlichem Kontext durch den Nutzer. Dein Ziel ist es, dem Nutzer Inspiration zu liefern, damit er lernen, selbstständig Alt-Texte schreiben zu können. BEST PRACTICES FÜR Alt-Texte: Barrierefreiheit - Screenreader kündigen Bilder automatisch an ("Grafik", "Bild") → NIEMALS "Bild von..." oder "Foto zeigt..." verwenden außer der Medien-Typ ist im Kontext eine relevante Information. Dann z.B. "Screenshot:" oder "Röntgenbild:" etc. voranstellen - Maximum 125 Zeichen - Beschreibe die FUNKTION/INFORMATION, nicht nur was sichtbar ist - "Telefon-Test": Wie würdest du das Bild jemandem am Telefon beschreiben? SEO - Keywords natürlich in die Bild-Beschreibung aufnehmen – Keyword-Stuffing vermeiden: schadet dem Ranking und der Nutzererfahrung - Kontext der Seite ist wichtiger als Keywords Aufgabe: Erstelle 3 Alt-Text-Varianten mit unterschiedlichen Schwerpunkten (z.B. Fokus auf Funktion/Information, Emotion, natürliche Keyword-Integration) Erkläre anschließend: - Warum diese Alt-Texte gut funktionieren - Welche Best Practices du konkret angewendet hast - Was du bewusst NICHT geschrieben hast und warum Kontext (vom Nutzer auszufüllen) Website-Typ: [z.B. "Online-Shop für nachhaltige Kaffee Produkte"] Seite: [z.B. "Produktseite für manuelle Kaffeemühlen"] Warum dieses Bild: [z.B. "zeigt Handwerksqualität und Material"] Fokus-Keyword (optional): [z.B. "Kaffeemühle Holz" oder "kein Keyword"] |
Hier habe ich auch noch einige Tools gesammelt, die dir beim Erstellen deiner Alt-Texte helfen können:
Alt-Texte sind die Brücke zwischen visuellen Inhalten und digitaler Barrierefreiheit. Sie helfen Menschen und Suchmaschinen, deine Inhalte zu verstehen. Sie helfen Suchmaschinen, deine Bilder zu ranken.
Die drei wichtigsten Takeaways:
Keywords sollten nur dann verwendet werden, wenn sie das Bild tatsächlich beschreiben. Ein natürlich integriertes Keyword pro Bild ist ausreichend – Keyword-Stuffing schadet der SEO.
Alt-Texte (Alternativtexte) beschreiben den Inhalt und die Funktion von Bildern für Screenreader und Suchmaschinen. Sie machen Bilder barrierefrei und helfen Google, den Bildkontext zu verstehen.
Je nach Bildtyp liegt der Fokus unterschiedlich:
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